Vor wenigen Tagen hat ein 17 jähriger Amokläufer 15 Menschen und sich selbst bei einem Amoklauf getötet. Nun tritt die Politik auf den Plan und will erneut versuchen die Killerspiele zu verbieten.
Man hat ja schon richtig drauf gewartet dass nach dem Amoklauf von Winnenden wieder ein Politiker aus der Versenkung auftaucht und die sogenannten “Killerspiele” verbieten lassen will. Wer sollte es diesmal anderes sein als der bayrische Innenminister Joachim Hermann. Nach aktuellen Angaben der Presseagentur AP sagte der Politiker heute: „Man müsse sich endlich aufraffen und die brutalsten Spiele verbieten“. Aber wenn man diesen Amoklauf des 17 jährigen Jugendlichen nur auf die Killerspiele schiebt ist das schon ganz schön erbärmlich für die deutsche Politik. Aber zum Glück steht der CSU Politiker mit seiner Meinung allein auf weiter Flur. Denn die deutsche Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf in Punkto Killerspiele.
Auch scheint der CSU Politiker keine wirkliche Ahnung von sogenannten Killerspielen zu haben. Wie er in einem Interview mit der PC Hardware Games unter Beweis gestellt hat. In dem besagten Interview wurde der Politiker gefragt ob er wisse würde welche Killerspiele aus Deutschland stammen. Darauf antwortete der Politiker: Er würde kein Herstellungsverbort fordern sonder ein Verbreitungsverbot. Allein an dieser Antwort ist schon zu merken, dass der Politiker sich noch nie mit so einem Game beschäftigt hat. Und was heißt hier Verbreitungsverbot? Wenn ich es nicht verbreiten darf, dann brauch ich es auch nicht herzustellen, also heißt Verbreitungsverbot=Herstellungsverbot Herr Hermann.
Nun wurden bei dem besagten Amokläufer wieder diverse Killerspiele entdeckt, was natürlich ein gefundenes Fressen für den CSU Politiker war. Wenn angeblich die Killerspiele Mitschuld an dem Amoklauf des 17 jährigen waren, dann sind wohl Millionen Menschen hier in Deutschland bedroht in der nächsten Zeit zum Amokläufer zu werden. Da sollte sich die Politik und ganz besonders Herr Hermann fragen: wie kann es denn sein das der Vater des Amokschützen 15 verschiedene Waffen zu Hause liegen hatte und diese auch noch frei zugänglich waren. Mann sollte lieber was gegen das Waffengesetz in Deutschland unter nehmen. Auch sollte sich der CSU Politiker erst mal ausgiebig mit einem Killerspiel oder besser mit mehreren beschäftigen bevor er sich ein einschlägiges Urteil erlauben kann.



13. März 2009
#1
11. Juni 1964: In Volkhoven bei Köln stürmt ein Wehrmachtsveteran eine Volksschule. Er fügt acht Kindern tödliche Verletzungen zu und ersticht zwei Lehrerinnen.
1. August 1966: An der Universität von Texas schießt ein Amokläufer mehr als eine Stunde lang von einem Turm der Universität Texas auf Passanten. Mindestens 14 Menschen werden getötet.
18. Juli 1984: In einem Schnellrestaurant in Kalifornien erschießt ein 41-Jähriger wahllos 21 Menschen. Er wird von einem Polizisten erschossen.
Dezember 1989: An der Polytechnischen Hochschule von Montréal kommt es zum schwersten Schulmassaker der kanadischen Geschichte. Der 25-jährige Marc Lepine erschießt 14 Frauen und verletzt 13 weitere Personen, bevor er sich selbst das Leben nimmt. In einem Schreiben nennt der Mann Hass auf Feministinnen als Motiv.
16. Oktober 1991: Im Texanischen Killeen tötet ein Mann in einer Cafeteria 23 Menschen. Anschließend begeht er Selbstmord.
23./24. September 1995: Ein 16-jähriger Schüler bringt nahe dem französischen Toulon insgesamt 13 Menschen um und tötet sich anschließend selbst. Erste Opfer am Abend des 23. September sind sein Stiefvater, sein Halbbruder und seine Mutter. Am nächsten Morgen setzt der Täter im Nachbarort seiner Heimatstadt den Amoklauf fort.
13. März 1996: Ein 43-jähriger Mann erschießt in der Turnhalle der Grundschule im schottischen Dunblane 16 Erstklässler und deren Lehrerin. Der Todesschütze begeht nach der Tat Selbstmord.
28./29. April 1996: 35 Menschen fallen einem Amokläufer auf der australischen Insel Tasmanien zum Opfer, darunter mehrere Kinder. In einem Cafe der ehemaligen Strafkolonie in Port Arthur schießt der geistig verwirrte Täter mit einem automatischen Schnellfeuergewehr auf die Gäste. Danach setzt er seinen Amoklauf auf der anderen Straßenseite fort.
22. Mai 1997: Im Nordosten Brasiliens bringt ein ehemaliger Soldat 17 Menschen um. Erst tötet er seine Frau und seine Schwiegermutter, dann geht der Amoklauf auf der Straße weiter. Grund der Tat: Gerüchte über seine angebliche Homosexualität.
24. März 1998: Ein 11- und ein 13-jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro (US-Staat Arkansas) falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin.
24. März 1998: Ein 11- und ein 13-jähriger Schüler lösen an ihrer Schule in Jonesboro (US-Staat Arkansas) falschen Feueralarm aus und richten aus dem Hinterhalt ein Blutbad an. Im Kugelhagel sterben vier Mädchen und eine Lehrerin.
20. April 1999:Zwei Schüler stürmen die Columbine High School in Littleton im US-Staat Colorado und ermorden dort zwölf Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren und einen Lehrer. 24 weitere Menschen werden verletzt, bevor sich die beiden Täter Eric Harris und Dylan Klebold selbst das Leben nehmen.
19. Juni 1999 – Der Taktik Online Shooter Counterstrike erscheint. Er war laut politikern Auslöser der Amogläufe…also Islamische Terroristen haben Ihn wahrscheinlich mit einer Zeitmaschine zurückgebracht und an Harmlose Psychisch gesunde Menschen verteilt….was? Es gab keine Computer in Privat haushalten …ähm…Bill Gates war der Terrorist…hmm
8. April 2009
#2
Brief an die Bayerische Staatsregierung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung “wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.”
( Quelle: stmi.bayern.de/presse/archiv/2009/127.php )
Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.
Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.
Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?
Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.
Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“
Mit freundlichen Grüßen
—————–